2-Tagesübung der KFB2 in Brake (Unterweser)
Schwefelgeruch, aber keine Hexenküche
KFB übt im Schwefelexportterminal in Brake/Unterweser
(mt) Das Drehbuch der Übung lässt nichts Gutes erahnen. In einem Schwefelsilo im Hafen von Brake an der Unterweser ist ein Feuer ausgebrochen. Schwefeldioxid wird freigesetzt. Mehrere Arbeiter werden vermisst. Auch an einem weiter entfernteren Silo brechen Arbeiter bei Bauarbeiten in luftiger Höhe an einem Silo zusammen. Eine Rettung ist nur über ein Baugerüst und unter schwerem Atemschutz möglich. Zu allem Überfluss tritt auch noch Flüssigschwefel aus, der durch Kühlung verfestigt werden muss. Für die Löschangriffe muss Wasser in großen Mengen zur Einsatzstelle geschafft werden. Diese Aufgabe ist genau die richtige für die Kreisfeuerwehrbereitschaft 2 des Landkreises Diepholz. Sie setzt sich aus einem Wasserförderungs-, einem Wassertransport-, einem Logistik- und einem Personalreservezug zusammen. Alle vier Züge arbeiteten unter der Leitung von Bereitschaftsführer Wilhelm Brinker aus Asendorf und seinem Stellvertreter Rolf Bollhorst aus Siedenburg. Auch die Technische Einsatzleitung (TEL) Süd der Kreisfeuerwehr und Kreisfeuerwehrarzt Thomas Wichmann waren mit dabei und unterstützen die Einsatzleitung. Die Tanklöschfahrzeuge des Wassertransportzuges wurden zur Brandbekämpfung am brennenden Silo eingesetzt und Wassertransport und Personalreserve legten zwei mehrere hundert Meter lange Schlauchleitungen direkt vom Hafenbecken bis zur Einsatzstelle. Der Logistikzug übernahm die Personenrettung am zweiten Silo. Einfach hatten es die Kameraden der Feuerwehr Brake den Diepholzern nicht gemacht. Sie hatten die Übung gemeinsam mit den beiden Zugführern des dritten Zuges Axel Bodenstab und Peter Ahlers ausgearbeitet und die eine oder andere kniffelige Aufgabe untergemischt. Die Schlauchleitung musste im Hafenbereich natürlich so verlegt werden, dass der Schienenverkehr nicht behindert wird und die Rettung einer schweren Puppe vom Baugerüst unter schwerem Atemschutz war Millimeterarbeit. Am Ende wurden aber alle Aufgabenstellungen gelöst. Bereitschaftsführer Wilhelm Brinker war stolz auf sein Team. „Heute zeigen sich die Erfolge aus den jährlich durchgeführten 2-Tages-Übungen“, so Brinker. „Viele der Kameraden in den Zügen kommen jedes Jahr mit, weil die Kameradschaft einfach stimmt und so kann eine solche Einheit zusammenwachsen“. Die Übung selbst sei dabei eigentlich Nebensache, wenn auch eine die Spass macht. Das in Brake geübte Szenario würde so in dieser Form wohl nur sehr selten auf eine Bereitschaft zukommen. „Wir werden doch normalerweise immer dann gerufen, wenn Kräfte vor Ort bereits seit Stunden im Einsatz sind und übernehmen dann die Fortführung eines Einsatzes“, erklärte der Bereitschaftsführer. Für ihn war dies die letzte 2-Tages-Bereitschaftsübung. Der 61jährige Landwirt geht Ende Juni in den aktiven Feuerwehrruhestand und übergibt das Ruder an jüngere Kameraden. Traditionell gehört zu einer 2-Tages-Übung auch noch ein gemeinsames Grillen am Abend, bei dem auch in diesem Jahr wieder der Versorgungszug der Kreisfeuerwehr unterstützte. Dank der Kameraden aus Brake gab es am Feuerwehrhaus in der Heinestraße sogar die Möglichkeit gemeinsam das Fussballspiel Deutschland – Portugal zu schauen. In ihrem Fazit dankte die Führung der Bereitschaft der Feuerwehr Brake für die tolle Übungsvorbereitung und der Firmen im Braker Hafen, die der Feuerwehr Ihre Anlagen für die Übung zur Verfügung gestellt hatten.
